Schweigende Schwestern
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📜 Lyrics
Sprecht ihre Namen, bis jeder sie hört!
Meine Geschichte beginnt in einer Kleinstadt - alles was vorher war hab ich vergessen.
Die Jungs waren alle älter, ich hab aufm Rücksitz gesessen.
Die anderen Mädchen mochten mich nicht, es gab keine großen Schwestern,
denn auch sie hatten Angst und sie trauten sich nicht, warn immer am lachen und lästern.
Mama sagte immer: „Sei nicht traurig“ und „Dein Lidstrich muss akkurat sitzen,
Du riechst wie ne Bordsteinschwalbe, geh nicht bauchfrei - du musst dich schützen“.
Sie hatte gelernt, sie muss es schaffen immer besser und immer allein,
Und die Schuld dafür was aus mir wird, wird natürlich auch ihre sein.
Mein Stiefvater fuhr LKW- seine Wurstfinger war´n immer schmutzig,
Er tauschte Pornos mit meinem Freund - ich war wütend - , sie fanden das putzig.
„Sei nicht so empfindlich Mädel“, sagte er höhnisch und lachte.
Sein Schweigen war stets so gewaltvoll, dass es mir Bauchschmerzen machte.
Obwohl ich noch viel zu jung war, gab der Barkeeper mir einen aus.
Wir knutschten kaum - ich sollte gleich auf die Knie, sein Schweigen war auch so laut.
Als ich mir meinen Teenagerhintern auf seiner Motorhaube verbrannte,
Dachte ich, dass ich selber schuld bin, weil ich ja bauchfrei rumrannte.
Er schwängerte mich hinterm Sportplatz, wegen Schule hab ich abgetrieben
Die blauen Flecken warn leicht zu verdecken, was genau geschah hab ich verschwiegen
Noch lang spürte ich seine Blicke - durch jedes Schlüsselloch
Ich weiß noch dass sein Bart nach Bier und Tabak roch
Von da an war mein Körper gefährlich.
Mein Körper, meine Lust, mein Licht
Von da an war ich gefangen - von da an versteckte ich mich
Das passierte noch vielen von uns, ich habs später erst erfahrn
Das ich nicht allein bin, weil wir schweigende Schwestern waren
Bis hierhin reicht diese Geschichte, und eine and’ re Geschichte beginnt,
Und ich weiß, dass ich nicht allein bin - weil wir schweigende Schwestern sind.
Ich frag mich, wann hört das auf und, warum nennt niemand die Namen der Täter,
Warum fühle ich mich immer noch schuldig, so viele Jahre später?
Denn niemand muss damit allein sein, vielen ist sowas passiert,
Und das wird so lang weiter gehen bis es niemand mehr still akzeptiert.
Sie sollen wissen, es ist nicht zu viel verlangt einmal mehr aus Vorsicht zu fragen,
Denn sie wissen längst, dass es kein Konsens ist, wenn wir Angst haben “Nein” zu sagen.
Sprecht ihre Namen bis jeder sie hört, bis durch's Schlüsselloch der Kirchentür,
Ganz egal wie kurz dein Rock war, du kannst gar nichts dafür!
Zwischen uns passt kein Blatt Papier, weil sich dieses Blatt jetzt wendet,
Wenn wir uns gegenseitig glauben - damit das hier für immer endet.
Sprecht ihre Namen bis jeder sie hört, bis durch's Schlüsselloch der Küchentür,
Ganz egal was du nicht getan hast, du kannst gar nichts dafür!
Zwischen uns passt kein Blatt Papier weil sich dieses Blatt jetzt wendet,
Und jetzt komm unter meinen Flügel - damit das hier für immer endet!
Sprecht ihre Namen, bis jeder sie hört,
So große Namen, zeig sie ruhig her.
Sprecht ihre Namen bis alle sie hören.
So große Namen und keine Angst mehr.
Meine Geschichte beginnt in einer Kleinstadt - alles was vorher war hab ich vergessen.
Die Jungs waren alle älter, ich hab aufm Rücksitz gesessen.
Die anderen Mädchen mochten mich nicht, es gab keine großen Schwestern,
denn auch sie hatten Angst und sie trauten sich nicht, warn immer am lachen und lästern.
Mama sagte immer: „Sei nicht traurig“ und „Dein Lidstrich muss akkurat sitzen,
Du riechst wie ne Bordsteinschwalbe, geh nicht bauchfrei - du musst dich schützen“.
Sie hatte gelernt, sie muss es schaffen immer besser und immer allein,
Und die Schuld dafür was aus mir wird, wird natürlich auch ihre sein.
Mein Stiefvater fuhr LKW- seine Wurstfinger war´n immer schmutzig,
Er tauschte Pornos mit meinem Freund - ich war wütend - , sie fanden das putzig.
„Sei nicht so empfindlich Mädel“, sagte er höhnisch und lachte.
Sein Schweigen war stets so gewaltvoll, dass es mir Bauchschmerzen machte.
Obwohl ich noch viel zu jung war, gab der Barkeeper mir einen aus.
Wir knutschten kaum - ich sollte gleich auf die Knie, sein Schweigen war auch so laut.
Als ich mir meinen Teenagerhintern auf seiner Motorhaube verbrannte,
Dachte ich, dass ich selber schuld bin, weil ich ja bauchfrei rumrannte.
Er schwängerte mich hinterm Sportplatz, wegen Schule hab ich abgetrieben
Die blauen Flecken warn leicht zu verdecken, was genau geschah hab ich verschwiegen
Noch lang spürte ich seine Blicke - durch jedes Schlüsselloch
Ich weiß noch dass sein Bart nach Bier und Tabak roch
Von da an war mein Körper gefährlich.
Mein Körper, meine Lust, mein Licht
Von da an war ich gefangen - von da an versteckte ich mich
Das passierte noch vielen von uns, ich habs später erst erfahrn
Das ich nicht allein bin, weil wir schweigende Schwestern waren
Bis hierhin reicht diese Geschichte, und eine and’ re Geschichte beginnt,
Und ich weiß, dass ich nicht allein bin - weil wir schweigende Schwestern sind.
Ich frag mich, wann hört das auf und, warum nennt niemand die Namen der Täter,
Warum fühle ich mich immer noch schuldig, so viele Jahre später?
Denn niemand muss damit allein sein, vielen ist sowas passiert,
Und das wird so lang weiter gehen bis es niemand mehr still akzeptiert.
Sie sollen wissen, es ist nicht zu viel verlangt einmal mehr aus Vorsicht zu fragen,
Denn sie wissen längst, dass es kein Konsens ist, wenn wir Angst haben “Nein” zu sagen.
Sprecht ihre Namen bis jeder sie hört, bis durch's Schlüsselloch der Kirchentür,
Ganz egal wie kurz dein Rock war, du kannst gar nichts dafür!
Zwischen uns passt kein Blatt Papier, weil sich dieses Blatt jetzt wendet,
Wenn wir uns gegenseitig glauben - damit das hier für immer endet.
Sprecht ihre Namen bis jeder sie hört, bis durch's Schlüsselloch der Küchentür,
Ganz egal was du nicht getan hast, du kannst gar nichts dafür!
Zwischen uns passt kein Blatt Papier weil sich dieses Blatt jetzt wendet,
Und jetzt komm unter meinen Flügel - damit das hier für immer endet!
Sprecht ihre Namen, bis jeder sie hört,
So große Namen, zeig sie ruhig her.
Sprecht ihre Namen bis alle sie hören.
So große Namen und keine Angst mehr.