Trauma atonal - 12 Minuten einer Groteske
🎵 6763 characters
⏱️ 12:00 duration
🆔 ID: 5814479
📜 Lyrics
Trauma atonal, Akt 1. Bitte!
Wir inszenieren immer wieder gerne unsere alte
Irrwitzige Aufführung
Alle Plätze jedes Mal restlos ausverkauft!
Mit jeder Saison neue Dichter und Denker
Doch immer wieder nur aufgewärmter
Ideenloser Gedankenbrei
Dichtung
Doch keine Wahrheit
Keine Methode
Keine Esskultur
Ein experimentelles Kammerspiel
Die Akteure improvisieren unbeweglich auf gedanklich engstem Raum
Aufgeteilt in zwei völlig zufällige Lager
Beide Seiten
Schon bald unter dem Gefühl der
Benachteiligung besserwisserisch verschworen
Aufgewiegelt und angeleitet
Von den üblichen Spaltern, Giftmischern
Und Opportunisten
Dabei nicht selten nur zum Eigennutz
Weniger für die gemeinsame Sache
Fadenscheinige Feinheiten im Stoff
Erste Fackelmärsche!
Unter Beifall
Aber auch Protest und Gepöbel aus dem Saal
Viele der Zuschauer setzen sich nun um
Zwischen einigen Sitzreihen Versuche einer Menschenkette
Meist schon im Verlauf des ersten Aktes
Unüberwindbar verhärtete Fronten und Herzen
Sowohl auf der Bühne
Als auch im aufgebrachten Publikum
Das eigentlich sehr liebevoll gestaltete Bühnenbild
In großen Teilen mit nachgeäfften Parolen
Beschmiert oder übermalt
Beide Lager jeweils der festen Überzeugung
Der eigene Anstrich und monochromes Denken
Wären das Maß aller Dinge
Die kleinste Abweichung
Der leiseste Anflug
Einer farblichen Abstufung
Sofort denunziert und herausgezogen
Stacheldraht!
An jeglicher Misere Schuld
Die Anderen!
Im Abgang unreflektiert trocken
Bis der Saal endlich abgeriegelt
Und der von allen herbeigesehnte letzte Akt
Das große Finale
Eingeläutet wird's
Die längst überhitzte Stimmung
Endlich in erlösend unverholenen Hass
Umschlagen kann
Und alle bis dahin offen oder verborgen eingebrachten Waffen
Wahllos zum Einsatz kommen
Nicht etwa nur auf der Bühne
Auch im nun vollkommen
Entfesselten Publikum
Im Parkett und in den Rängen
Nur selten in den Logen
Doch auch dort erheben sich einige
Unter Tränen
Von ihren Plätzen
Und richten sich salutierend selbst
Wer Glück hat
Bekommt einen glatten Durchschuss
Mit Blick auf ungeahnte Welten
Nach dem letzten Vorhang
Gestank
Erdrückende Stille
Weiches Licht
Welches sich auf berührende Weise
In einem Mobile aus sich drehenden, zersplitterten Kinderseelen bricht
Ratlos fasziniert
Regulierend reduziert
Und wieder eine ganze Generation traumatisiert
Fliegt, kleine Seelen, fliegt, fliegt!
Die zerfetzten Flügel
Flammenfunkelnd lichterloh!
Trauma atonal, Akt 2. Bitte!
Wir hatten uns endlich mal wieder ordentlich ausleben können
Als wir wieder zu uns kamen
Lag alles um uns herum
In Schutt und Asche
Vieles war einfach weg!
Dafür konnten einige jetzt endlich wieder
Weit blicken
Ich glaube, wir standen schon länger neben uns
Nicht nebeneinander
Aber heißt es nicht auch
Zerstörung sei ein Geschenk?
Denn meist zeige nur sie einen Weg
Zu Wandel und Neuanfang
Ich nehme an,
Dass wir es deswegen so sehr lieben,
In diesem Ausmaß
Grausam und vernichtend zu denken
Und zu handeln
Gegen den eigenen Lebensraum
Gegen andere Formen des Lebens
Gegen anderes Aussehen
Anderen Glauben
Anderes Denken
Anderes Empfinden
Gegen einander
Gegen uns selbst...
Global erweiterter Suizid
Der maximale Aufschrei
Einer tief verletzten
Kollektiven Seele?
"Was für eine bemerkenswerte Zeit"
Sagst du?
Es ist doch, über Epochen betrachtet
Alles wie immer
Technischer Fortschritt
Macht die Bestie bequemer
Aber doch nicht ungefährlicher
Und was bleiben wird
Ist ein nicht enden wollender Nachhall
Hinein in eine besondere Form
Zeitloser Stille
Ein posttraumatisches
Schwarzes Loch
Mit Anziehungskraft
Bis hinein in ein Paralleluniversum
Der stumme Schrei
Die entsetzten Augen
Eines diffusen Schattendaseins
Das Innere
Wie durch eine mächtige Klaue
Klaffend aufgerissen
Und hell in Flammen stehend
Über einem Abgrund
Wie in Rubens' Höllensturz
Doch schlag nicht auch du um dich
Kleine Seele!
Sei besser als die
Die dir das angetan
Du faszinierende Kreatur
Ohne Halt
Ohne Boden
Und mit unvorhersehbaren Episoden
Trauma atonal Akt 3
Dieser Abschnitt
Enthält
Zutiefst verstörende
Inhalte
Und wurde entfernt
Trauma atonal, Akt 4. Bitte!
Die alte Krankheit ist zurück
Die Fratze des Krieges
Der Abscheulichkeit, der regellosen Willkür!
Zufriedenes Lächeln
Umspielt sanft zitternd ihre
Vor Geifer und Galle
Triefenden Lefzen
Denn Gewalt und Grausamkeit
Finden zu jeder Zeit
Glühende Gefolgschaft
Und werden nach wie vor mit
Geltung und Macht belohnt
Aber warte!
Achte jetzt auf die Augen
Ist das alles nicht einfach nur bloße Gier?
Und Gier nicht eine Form ursprünglichster Angst? Ein Ur-Reiz also
Längst ein Unvermögen, eine Unfähigkeit?
Dennoch Grundlage
Des täglichen Lebens der Meisten
Warte!
Achte noch einmal auf die Augen
Gier ist eine Schwäche
Nicht wahr?!
Schwache Charaktere sind oft die verräterischsten
Afterparty im Parkett
Resteessen
Erste Plünderungen
Und befremdliche Übergriffe
Menschen unter sich
Die hinteren Ränge hingebungsvoll hilflos
Gegenseitige Schuldzuweisungen
Und Schmierentheater!
Zwischen den Sitzen gehamsterte Vorräte
Toilettenpapier
Mit pastellfarbenem Blümchenaufdruck!
Aber das alles
Hat auch etwas wirklich sehr Schönes
Denn auch diesmal trifft es nur andere
Und nicht sie selbst!
Und der Konservenurlaub
Mit dem geradezu unverschämt
Vorteilhaften Frühbucher-Rabatt
Muss wohl auch nicht verschoben werden
Man gewöhnt sich schnell an Leid
Das Leid anderer!
Makulatur und gleichgültige Umnachtung
Bei den einen
Zäsur und seelischer Ausnahmezustand
Bei anderen
Amygdala
Zwischen Gier, Scham und Größenwahn
Amygdala!
Wir haben es wieder getan!
Trauma atonal, Akt 5. Bitte!
In einer Krise erst zeigt sich
Wer wir wirklich sind
In einer wohlbehüteten Wattewelt
Vermeintlich sicher und bis in's Siechentum
System- und konsumhörig durchkonditioniert
Muss dies alles verstörend wirken
Und hässlich
So hässlich
Doch jegliche Art aufrichtiger Kunst
Ist meist auch ein Spiegelbild
Ihrer Welt
Ihrer Zeit
Verzerrt, zweimal gebrochen
Durch den Übergang in ein anderes Medium
Das des Schöpfers
Das des Betrachters
Blick in mich!
Was siehts du?
Ich bin nur ein Spiegel
Nichts ist vergleichbar
Mit dem ersten Atemzug
In einer sterblichen Hülle
Auf der sterblichen Welt
Einer vergänglichen Sonne
Doch die undankbaren
Kinder dieser Sonne
Die vergessen haben
Die sich an Dinge klammern
Die keine Freiheit bedeuten
Die rücksichtslos
Erbarmungslos
Ehrlos
Endlose Leere zu füllen versuchen
Die geblendet von ihrem eigenen Licht
Nicht mehr sehen
Ihr falscher Glanz
Sie selbst
Werden vergehen
Wie diese Welt
Wie diese Sonne
Wie alles andere um sie herum auch
Irgendwann...
Ich bin kein Kind dieser Sonne
Ein Spiegel...
Mit Sprüngen und Fehlern!
Aber blick in mich
Ich bin voller Sterne
...po
Wir inszenieren immer wieder gerne unsere alte
Irrwitzige Aufführung
Alle Plätze jedes Mal restlos ausverkauft!
Mit jeder Saison neue Dichter und Denker
Doch immer wieder nur aufgewärmter
Ideenloser Gedankenbrei
Dichtung
Doch keine Wahrheit
Keine Methode
Keine Esskultur
Ein experimentelles Kammerspiel
Die Akteure improvisieren unbeweglich auf gedanklich engstem Raum
Aufgeteilt in zwei völlig zufällige Lager
Beide Seiten
Schon bald unter dem Gefühl der
Benachteiligung besserwisserisch verschworen
Aufgewiegelt und angeleitet
Von den üblichen Spaltern, Giftmischern
Und Opportunisten
Dabei nicht selten nur zum Eigennutz
Weniger für die gemeinsame Sache
Fadenscheinige Feinheiten im Stoff
Erste Fackelmärsche!
Unter Beifall
Aber auch Protest und Gepöbel aus dem Saal
Viele der Zuschauer setzen sich nun um
Zwischen einigen Sitzreihen Versuche einer Menschenkette
Meist schon im Verlauf des ersten Aktes
Unüberwindbar verhärtete Fronten und Herzen
Sowohl auf der Bühne
Als auch im aufgebrachten Publikum
Das eigentlich sehr liebevoll gestaltete Bühnenbild
In großen Teilen mit nachgeäfften Parolen
Beschmiert oder übermalt
Beide Lager jeweils der festen Überzeugung
Der eigene Anstrich und monochromes Denken
Wären das Maß aller Dinge
Die kleinste Abweichung
Der leiseste Anflug
Einer farblichen Abstufung
Sofort denunziert und herausgezogen
Stacheldraht!
An jeglicher Misere Schuld
Die Anderen!
Im Abgang unreflektiert trocken
Bis der Saal endlich abgeriegelt
Und der von allen herbeigesehnte letzte Akt
Das große Finale
Eingeläutet wird's
Die längst überhitzte Stimmung
Endlich in erlösend unverholenen Hass
Umschlagen kann
Und alle bis dahin offen oder verborgen eingebrachten Waffen
Wahllos zum Einsatz kommen
Nicht etwa nur auf der Bühne
Auch im nun vollkommen
Entfesselten Publikum
Im Parkett und in den Rängen
Nur selten in den Logen
Doch auch dort erheben sich einige
Unter Tränen
Von ihren Plätzen
Und richten sich salutierend selbst
Wer Glück hat
Bekommt einen glatten Durchschuss
Mit Blick auf ungeahnte Welten
Nach dem letzten Vorhang
Gestank
Erdrückende Stille
Weiches Licht
Welches sich auf berührende Weise
In einem Mobile aus sich drehenden, zersplitterten Kinderseelen bricht
Ratlos fasziniert
Regulierend reduziert
Und wieder eine ganze Generation traumatisiert
Fliegt, kleine Seelen, fliegt, fliegt!
Die zerfetzten Flügel
Flammenfunkelnd lichterloh!
Trauma atonal, Akt 2. Bitte!
Wir hatten uns endlich mal wieder ordentlich ausleben können
Als wir wieder zu uns kamen
Lag alles um uns herum
In Schutt und Asche
Vieles war einfach weg!
Dafür konnten einige jetzt endlich wieder
Weit blicken
Ich glaube, wir standen schon länger neben uns
Nicht nebeneinander
Aber heißt es nicht auch
Zerstörung sei ein Geschenk?
Denn meist zeige nur sie einen Weg
Zu Wandel und Neuanfang
Ich nehme an,
Dass wir es deswegen so sehr lieben,
In diesem Ausmaß
Grausam und vernichtend zu denken
Und zu handeln
Gegen den eigenen Lebensraum
Gegen andere Formen des Lebens
Gegen anderes Aussehen
Anderen Glauben
Anderes Denken
Anderes Empfinden
Gegen einander
Gegen uns selbst...
Global erweiterter Suizid
Der maximale Aufschrei
Einer tief verletzten
Kollektiven Seele?
"Was für eine bemerkenswerte Zeit"
Sagst du?
Es ist doch, über Epochen betrachtet
Alles wie immer
Technischer Fortschritt
Macht die Bestie bequemer
Aber doch nicht ungefährlicher
Und was bleiben wird
Ist ein nicht enden wollender Nachhall
Hinein in eine besondere Form
Zeitloser Stille
Ein posttraumatisches
Schwarzes Loch
Mit Anziehungskraft
Bis hinein in ein Paralleluniversum
Der stumme Schrei
Die entsetzten Augen
Eines diffusen Schattendaseins
Das Innere
Wie durch eine mächtige Klaue
Klaffend aufgerissen
Und hell in Flammen stehend
Über einem Abgrund
Wie in Rubens' Höllensturz
Doch schlag nicht auch du um dich
Kleine Seele!
Sei besser als die
Die dir das angetan
Du faszinierende Kreatur
Ohne Halt
Ohne Boden
Und mit unvorhersehbaren Episoden
Trauma atonal Akt 3
Dieser Abschnitt
Enthält
Zutiefst verstörende
Inhalte
Und wurde entfernt
Trauma atonal, Akt 4. Bitte!
Die alte Krankheit ist zurück
Die Fratze des Krieges
Der Abscheulichkeit, der regellosen Willkür!
Zufriedenes Lächeln
Umspielt sanft zitternd ihre
Vor Geifer und Galle
Triefenden Lefzen
Denn Gewalt und Grausamkeit
Finden zu jeder Zeit
Glühende Gefolgschaft
Und werden nach wie vor mit
Geltung und Macht belohnt
Aber warte!
Achte jetzt auf die Augen
Ist das alles nicht einfach nur bloße Gier?
Und Gier nicht eine Form ursprünglichster Angst? Ein Ur-Reiz also
Längst ein Unvermögen, eine Unfähigkeit?
Dennoch Grundlage
Des täglichen Lebens der Meisten
Warte!
Achte noch einmal auf die Augen
Gier ist eine Schwäche
Nicht wahr?!
Schwache Charaktere sind oft die verräterischsten
Afterparty im Parkett
Resteessen
Erste Plünderungen
Und befremdliche Übergriffe
Menschen unter sich
Die hinteren Ränge hingebungsvoll hilflos
Gegenseitige Schuldzuweisungen
Und Schmierentheater!
Zwischen den Sitzen gehamsterte Vorräte
Toilettenpapier
Mit pastellfarbenem Blümchenaufdruck!
Aber das alles
Hat auch etwas wirklich sehr Schönes
Denn auch diesmal trifft es nur andere
Und nicht sie selbst!
Und der Konservenurlaub
Mit dem geradezu unverschämt
Vorteilhaften Frühbucher-Rabatt
Muss wohl auch nicht verschoben werden
Man gewöhnt sich schnell an Leid
Das Leid anderer!
Makulatur und gleichgültige Umnachtung
Bei den einen
Zäsur und seelischer Ausnahmezustand
Bei anderen
Amygdala
Zwischen Gier, Scham und Größenwahn
Amygdala!
Wir haben es wieder getan!
Trauma atonal, Akt 5. Bitte!
In einer Krise erst zeigt sich
Wer wir wirklich sind
In einer wohlbehüteten Wattewelt
Vermeintlich sicher und bis in's Siechentum
System- und konsumhörig durchkonditioniert
Muss dies alles verstörend wirken
Und hässlich
So hässlich
Doch jegliche Art aufrichtiger Kunst
Ist meist auch ein Spiegelbild
Ihrer Welt
Ihrer Zeit
Verzerrt, zweimal gebrochen
Durch den Übergang in ein anderes Medium
Das des Schöpfers
Das des Betrachters
Blick in mich!
Was siehts du?
Ich bin nur ein Spiegel
Nichts ist vergleichbar
Mit dem ersten Atemzug
In einer sterblichen Hülle
Auf der sterblichen Welt
Einer vergänglichen Sonne
Doch die undankbaren
Kinder dieser Sonne
Die vergessen haben
Die sich an Dinge klammern
Die keine Freiheit bedeuten
Die rücksichtslos
Erbarmungslos
Ehrlos
Endlose Leere zu füllen versuchen
Die geblendet von ihrem eigenen Licht
Nicht mehr sehen
Ihr falscher Glanz
Sie selbst
Werden vergehen
Wie diese Welt
Wie diese Sonne
Wie alles andere um sie herum auch
Irgendwann...
Ich bin kein Kind dieser Sonne
Ein Spiegel...
Mit Sprüngen und Fehlern!
Aber blick in mich
Ich bin voller Sterne
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